Vorticidad

Juni 9th, 2015 Comments Off on Vorticidad

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Das Projekt Vorticidad untersucht innerhalb in einer Feldforschung in Mexiko die soziale und poetische Wirkung der visuellen Künste. Im Augenmerk stehen dabei kollektive sowie Performance-Arbeiten. Die Forschungsgruppe setzt sich aus jungen KunsthistorikerInnen und KuratorInnen zusammen, welche proaktiv künstlerische wie auch kuratorische Projekte erforschen, die sich ausserhalb des traditionell institutionellen Rahmens des Museums bewegen und reaktiv auf historische, soziokulturelle oder umwelttechnische Aktualitäten wirken. Die KünstlerInnen entwickeln dabei poetische Vorschläge, die sich an der Grenze des Rationalen und Utopischen bewegen.

 

Der Begriff Vorticidad verweist etymologisch auf die Rotationsgeschwindigkeit einer Flüssigkeit und steht in unserem Verständnis für das Rotieren von Gedankengängen zwischen der Gesellschaft und der künstlerischen Kreation. Diese Wechselwirkung kann besonders in Interventionen beobachtet werden, welche sich ab der Jahrhundertwende mit einer neuen Ästhetik zu entwickeln begannen. Es sind künstlerische Projekte, die die etablierte Ordnung hinterfragen und zu brechen. Dabei ergibt sich weder eine werbende noch eine kriegerische Ausdrucksform, sondern die Werke nehmen vielmehr eine subtile, humorvolle oder ironische Sprache an.

 

Über die Debatte der Kunst der Kunst wegen und der relationalen Kunst hinaus, möchte Vorticidad Arbeiten zeigen, die nach Rancières Verständnis eine „neue Verteilung des materiellen sowie symbolischen Raumes“ erreichen. In einer ersten Phase lanciert Vorticidad eine Internetseite in Spanischer und Englischer Sprache, auf welcher ausgewählte Projekte veröffentlicht und anhand von Interviews die jeweiligen Autoren vorgestellt werden. Diese virtuelle Plattform ermöglicht nicht nur das Kennenlernen der aktuellen mexikanischen Kunstszene, sondern gibt einen Einblick in die Motive und Beweggründe der KünstlerInnen und KuratorInnen in Bezug auf ihre Arbeit. Die nach und nach gesammelte digitale Datenbasis mündet in eine Ausstellungsreihe, welche die Werke und Performances ausgewählter Kunstschaffenden präsentieren wird. Es wird daher eine öffentliche Reflexion über die verschiedenen Kreationsformen gefördert und stellt letztere in einem neuen Kontext vor.

 

Die erste Forschungsphase in Mexiko soll weder als eine anthropologische Entdeckung, noch in einem nationalistischen Sinne verstanden werden. Im Gegenteil: Die bewusste Wahl dieses Forschungsfeldes spiegelt die Wichtigkeit des räumlich-zeitlichen Kontexts sowie die Entwicklung der künstlerischen Praxis wieder. Dank der globalen Diffusion der ausgewählten künstlerischen sowie kuratorischen Projekte, wird versucht, die eventuelle Universalität der Inhalte und deren Rezeption darzulegen. Die vorgestellten Projekte sollen für den Betrachter eine Inspiration sein. Und unabhängig vom Bewusstsein über ihren künstlerischen Wert, verkörpern sie ein emanzipatorisches Potenzial, das weit über die Landesgrenzen hinausgeht.

 

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